Dreiland Security: Sicher ist sicher!

 

 

 

 

 

Wenn Nordkorea zündelt, hören das Forscher im Bayerischen Wald

 

🔎 Wenn Nordkorea heimlich "zündet",  dann "spürt" es die INFRASCHALL ANLAGE im Bayrischen Wald sehr genau! Die Forscher machen sich genau die gleiche Sensorik zu Nutze, die wir für unsere #safe4u Alarmanlagen verwenden. Unsere Anlagen gewährleistet mit genau dieser Technologie Zuverlässigkeit, wenn es zum Einbruchsversuch in die Objekte unserer Kunden kommt. Und das Gute daran ist, das es eben FRÜH WARNT. Also schon bevor der Täter richtig in das zu sichernde Objekt eindringt. Beim Versuch sich gewaltsam Eintritt zu verschaffen wird Alarm ausgelöst! Das bedeutet jedoch nicht, das jeder "Schmetterlingshuster" oder jede Katzenklappe Alarm auslösen muß. Die Anlage lässt sich ganz individuell einstellen. Unsere #safe4u Alarmanlagen sind mit Sicherheit immer einen Schritt voraus.

Sulzberg / Patrick Guyton 16.11.2017

Egal wo und warum die Erde bebt, Seismologen im Bayerischen Wald bekommen es mit. Ihre Ergebnisse gehen nicht selten direkt ans Auswärtige Amt. Am 3. September um 12 Uhr mittags Ortszeit zündete Kim Jong Un in Nordkorea eine Nuklearrakete. Ein Atomtest, High Noon. Es war der sechste seit 2006 und der bisher weitaus stärkste, die Sprengkraft entsprach der von 100 Kilotonnen TNT. Zum Vergleich: Die Atombombe von Hiroshima entsprach der von 15 Kilotonnen. Es donnerte gewaltig unter dem Mantap-Berg im Nordosten des isolierten Landes. Im Bayerischen Wald war es an diesem Sonntagmorgen um halb sechs, als in Nordkorea die Bombe detonierte, noch völlig still. „Zwölf Minuten später allerdings“, sagt Christian Bönnemann, „war es mit der Ruhe vorbei.“ Bönnemann ist Professor und leitet das Fachgebiet Seismologie bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover.

Die unterirdischen Wellen des Atomtests hatten die Messstation auf dem Sulzberg im Bayerischen Wald erreicht und wurden registriert, das System schlug Alarm. Kim Jong Un, der übergewichtige Diktator aus dem Schreckensland, hatte sich erneut in die Weltpolitik gebombt, auf dem Sulzberg hat man das schnell gemerkt.

Mitten im Wald, nahe des 500-Einwohner-Ortes Bischofsreut, liegt diese Anlage. „Für die Überwachung des internationalen Kernwaffenteststopp-Vertrages ist sie immens wichtig“, sagt Bönnemann. Auf schmalen Wegen fährt man zu einem mit dunklem Holz vertäfelten Haus, ab und zu stößt man auf Wanderer. Es könnte eine Übernachtungsherberge sein oder eine idyllisch gelegene Gastwirtschaft, oben in 1146 Metern Höhe. Doch es ist die Zentrale der Station. Christian Müller, ein Geoinformatiker von der Hannoverschen Bundesanstalt, führt in einen dunklen Raum. Darin stehen mehrere Rechner, sonst kaum etwas, es ist unspektakulär. „Das ist das Herzstück“, sagt Müller. „Hier laufen alle Datenelemente zusammen.“ Das heißt: Rummst, donnert oder knallt es irgendwo auf der Erde, sei es durch Atombomben, Erdbeben oder Meteoriteneinschläge – diese Zentrale nimmt das wahr. Und auf die Rechner haben jene einen direkten Zugriff, die das im Falle von Atomtests wissen müssen. Dazu gehört die Geo-Bundesanstalt in Hannover ebenso wie die in Wien angesiedelte Organisation zur Überwachung des Verbots von Nuklearversuchen. Von dort aus geht die Information direkt an das Auswärtige Amt in Berlin. Technik fünf Meter unter der Erde Das Herzstück, der Computer auf dem Berg, wäre nichts wert, gäbe es keine Lieferanten von Informationen, keine Datensammler von Wellen unter- und oberhalb der Erde. Diese sind rundum in das Waldgelände hineingebohrt.

Zu ihnen kommt man nicht mehr mit dem Auto hin, man läuft querfeldein in den ziemlich schummrigen Wald über abgefallene, knisternde Äste und feuchtes Laub. Dann stößt man auf die mit rundlich gewölbten Deckeln verschlossenen Luken. Das sind die Einstiege in die Schächte, die hinabführen, fünf Meter unter die Erde. Dort ist es voll mit Technik und eng, in einen Schacht passen kaum zwei Leute. „Hier sind die hochsensiblen Messgeräte“, sagt Christian Müller. 26 solcher seismologischen Mini-Bunker aus Beton sind in den Berg gegraben, in einem Radius von zwei Kilometern. Sie messen unterirdische Erdbewegungen. Hinzu kommen acht Infraschall-Stationen, die oberirdisch sehr tiefe Frequenzen erkennen. Also Töne, die so tief sind, dass Menschen sie nicht mehr hören können. Dem 58 Jahre alten Professor Bönnemann kommt da der Meteoriteneinschlag im Ural im Februar 2013 in den Sinn. Ein Himmelskörper explodierte über der Stadt Tscheljabinsk mit ihren 1,1 Millionen Einwohnern, es gab 1500 Verletzte. In Bischofsreut wurde das natürlich registriert. Und zwar ziemlich genau, erzählt Bönnemann begeistert: „Die von uns gemessene Welle ist innerhalb von 40 Stunden zwei Mal um die Erde gesaust.

“ Warum aber der Sulzberg im Bayerischen Wald, Landkreis Freyung-Grafenau? Das ist fast Niemandsland, eine wirtschaftlich schwache Gegend mit wenig Infrastruktur, ziemlich im letzten Eck gelegen. Die Straßen sind eng und gewunden, lange Zeit herrschte Landflucht. Die Menschen, die „Waldler“, sind in großer Mehrheit konservativ. Landschaftlich ist es wunderschön, doch der Tourismus kam nie richtig in Gang, davon zeugen hässliche Ferien- und Hotelanlagen, die größtenteils brach liegen. Zur tschechischen Grenze sind es zwei Kilometer, Österreich ist auch nah. In die nächste größere Stadt, nach Passau, braucht man mit dem Auto eine Stunde. „Die Ruhe ist wichtig“ Im Kalten Krieg stand auf dem Sulzberg eine militärische Überwachungsanlage in Richtung der damaligen Tschechoslowakei. Christian Müller zeigt in der Station 30 Jahre alte Seismografen, die dort eingelagert sind, auf den Kisten steht „US-Government“, US-Regierung. Als der Eiserne Vorhang fiel, wurde der Standort frei für die Hannoveraner Geowissenschaftler. Bestens geeignet ist die Lage aus mehreren Gründen: „Die Ruhe ist wichtig“, sagt Christian Bönnemann. „Wir sind hier weit weg von Industrieanlagen, Verkehr und anderen Störfaktoren.“ Im Wald, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Außerdem bietet der harte Untergrund aus kristallinem Gestein wie etwa Granit beste Bedingungen für die Leitung seismologischer Wellen. Unten in Bischofsreut steht Thomas Madl in seinem Edeka-Markt und sortiert Gemüse ein. Madl, dessen Familie den Laden schon über Generationen betreibt, ist eine wichtige Person für die Messstation. „Ich bin da, wenn’s brennt“, sagt er. Eine Art vor Ort ansässiger Hausmeister, der „Care-Taker“, wie ihn Christian Bönnemann bezeichnet. Madl, 52 Jahre alt und Schnauzbartträger, ist der einzige Einheimische, der die Schlüssel hat. Für die Türen am Zaun der Messstation, für das Innere und die einzelnen Schächte. Vier BGR-Angestellte kümmern sich von Hannover aus um die Station, machen alles digital per Computer und Kameras.

In Bischofsreut sind sie nur zwei Wochen im Jahr, ansonsten ist Thomas Madl zuständig. „Ich räume den Schnee“, sagt er, „und repariere, wenn etwas kaputt ist.“ Er füllt Diesel nach, damit die Stromaggregate funktionieren, bei Gewitter kümmert er sich um die Sicherungen. Mal musste er einen Monteur herausholen, der sich ¬eingesperrt hatte. Alle erinnern sich noch daran, als Diplomaten und andere hohe Herrschaften aus Wien von der ¬Nukleartest-Überwachungsorganisation zu einem Empfang anreisten. Madl organisierte das Büffet vor dem Haus, die Zelte und die Sitzgelegenheiten. Auch der Blutwurz fehlte da nicht, ein Kräuter¬likör aus dem Bayerischen Wald mit bis zu 60 Prozent Alkohol. „Herr Madl ist unsere gute Seele“, sagt Christian Bönnemann. „Ich bin ja eh immer da“, sagt der so Gelobte mit der Bescheidenheit des Waldlers.

Die Überwachung des Nukleartest-Verbots ist eine komplizierte Sache der internationalen Politik. Der Kernwaffenteststopp-Vertrag ist weiterhin nicht in Kraft. Wichtige Länder haben das Abkommen nicht ratifiziert – darunter China, Indien, Pakistan, der Iran, Nordkorea und die USA. Dennoch hat die Wiener Organisation ein System aufgebaut, um Atomtests zu entdecken – unter der Erde, im Wasser, in der Luft. „Das ist eine wirksame Abschreckung“, sagt der Professor. Die Anlage auf dem Sulzberg ist die einzige in Deutschland und eine von weltweit 32, die für die Wiener Organisation arbeiten. Sie ist vielleicht die wichtigste, für Wien ist sie die am nächsten gelegene. „Und unsere Messungen sind schon sehr präzise.“ Nachdem am 3. September das Auswärtige Amt informiert worden war, gab es dann gleich am Vormittag einen vorläufigen Bericht und eine Pressemitteilung. Am nächsten Tag kam der südkoreanische Generalkonsul von Hamburg nach Hannover, um bei den Spezialisten nachzufragen, was der Nachbar gemacht hat. „Die Detonation war auf jeden Fall sehr stark“, sagt Experte Christian ¬Bönnemann. Man könne aber weiterhin nicht sagen, ob es sich um eine so genannte „geboostete“ Bombe gehandelt hat, deren Sprengkraft durch das Beimischen weiterer Stoffe erhöht wurde, oder, wie von Nordkorea behauptet, um eine noch weit gefährlichere Wasserstoffbombe.

Für die Forscher und ihre Mess¬- station im Bayerischen Wald war der große Knall in Nordkorea sehr ergiebig. „Von Mal zu Mal können wir die Apparate immer genauer anpassen, die Erkenntnisse werden immer besser“, sagt Bönnemann. „Unfreiwillig war das für unsere Arbeit sehr interessant.“ Doch der Professor sagt auch: „Das Fernziel ist das Ende von Nukleartests und eine Welt ohne Atomwaffen.“

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